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Neugestaltung der Eisenbahnbrücke

Aus grau wird bunt

Eisenbahnbrücke Niederdresselndorf wird mit Graffiti verschönert

Noch ist es nicht ganz fertig, doch das Motiv – ein altes Pferdefuhrwerk – ist bereits zu erkennen. Das freute die Vertreter des Heimatvereins, des LEADER-Vereins und der Gemeinde Burbach. 

Niederdresselndorf. Vom Betonklotz zum Hingucker: Die Eisenbahnunterführung in Niederdresselndorf erhält momentan eine Verschönerungskur. Im Zuge eines LEADER-Projektes wird sie seit vergangenem Montag mit Graffiti-Arbeiten verziert.

Die Motive, ein Pferdefuhrwerk und ein Triebwagen mit dem alten Bahnhof, sollen ein Stück Ortsgeschichte wiederaufleben lassen. Angestoßen hatte dieses Projekt der örtliche Heimatverein. Mit Erlaubnis der Deutschen Bahn – ihr gehört die Brücke – wollte er aus dem unansehnlichen Bauwerk, das in der Vergangenheit oft Ziel von wilden Schmierereien geworden war, einen Blickfang machen. Durch die Mithilfe des LEADER-Vereins 3-Länder-Eck, der das Projekt mit 20.000 Euro (65 Prozent) fördert, und der Gemeinde Burbach, die weitere 8000 Euro beisteuert, wird die Idee nun umgesetzt.

 

Die ausführende Firma auckz kommt aus Münster. Inhaber Bennet Grüttner hat den Entwurf für die Wandmotive nach alten Fotoaufnahmen angefertigt. Das Pferdefuhrwerk und den früheren Bahnhof hatten die Dorfbewohner bei zwei Bürgerversammlungen als Bildthemen ausgewählt. Gemeinsam mit seinen Kollegen Björn Schulz, Max Steinfeldt und Giorgi Tcheishvili sprayt er seit Montag zehn bis zwölf Stunden am Tag, damit die Brücke spätestens Anfang kommender Woche in neuem Glanz erstrahlt. „Wir kommen gut voran“, verriet Grüttner beim Pressetermin am Donnerstag. Das liege einerseits daran, dass der Heimatverein so gut vorgearbeitet und die Brücke vorab komplett gereinigt habe. Zwei Tage lang hatten die Mitglieder um Vorsitzenden Bernd Eckhardt die Betonwände mit Hochdruckreinigern von Schmutz befreit. Andererseits spielt den Künstlern das gute Wetter in die Karten. „Würde es regnen, könnten wir nicht arbeiten, dann würde der Lack nicht trocknen“, erklärte Grüttner. Nachteil der aktuell vorherrschenden Gluthitze: extremer Flüssigkeitsverlust. „Wir trinken mit drei Personen schon bis zu 18 Liter Wasser am Tag.“

Designer und Graffiti-Künstler Bennet Grüttner arbeitet mit seinen Kollegen zehn bis zwölf Stunden am Tag.
 

Doch diese Strapazen nehmen die Sprayer gerne auf sich. „Es ist ein tolles Objekt“, schwärmte Grüttner. „Wie sich die Architektur der Brücke mit den Motiven verbindet, wie die Schrägen an den Seiten durch die farblichen Fächer aufgegriffen werden, ist schon spannend.“ 650 Quadratmeter groß ist die Fläche, die es zu kolorieren gilt, rund 1000 Spraydosen halten die Künstler dafür vor.

Roswitha Still, 1. Vorsitzende des LEADER-Vereins, freut sich, dass „aus dem einstigen Schandfleck so etwas Tolles und Modernes“ entsteht. Die Erfahrungen aus dem städtischen Bereich im Umgang mit Vandalismus seien hier erfolgreich auf die ländliche Region übertragen worden. Still dankte Regionalmanagerin Anne-Kathrin Hoß und dem Heimatverein für das Engagement. „Solche Menschen braucht LEADER beziehungsweise unsere LEADER-Region.“

Auch Thomas Leyener verschaffte sich als Vertreter der Gemeinde Burbach nur zu gerne einen ersten Eindruck der Kunstwerke. „Dieses Projekt wird das i-Tüpfelchen auf der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt sein“, war er sicher.