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Alte Schule

 

Seit 1998 ist die Alte Schule im Besitz des Heimatvereins. Das Gebäude unterliegt dem Denkmalschutz. Damals war das Gebäude in einem sehr verfallenen Zustand. Der Heimatverein machte es sich zur Aufgabe, dieses historische Gebäude zu sanieren. Heute ist das alte Klassenzimmer ein Versammlungsraum mit Platz für ca. 50 Personen. Entsprechend sind die Räume gestaltet: an den Wänden befinden sich viele alte Bilder, jeder Bürgermeister und Ortsvorsteher hat hier seinen Platz. Im Dachgeschoss wurde ein Heimatmuseum eingerichtet, sowie eine Wohnung mit altdeutschen Möbeln, die an längst vergangene Zeiten erinnern lassen. Auf Anfrage, kann das Heimatmuseum besichtigt werden.

Nach der groß angelegten Renovierung der Alten Schule im Jahr 2000, an der viele Heimatfreunde beteiligt waren, konnten alle Beteiligten mit Stolz ihre Arbeit bestaunen. Die Räume wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Seit dem ist sie Alte Schule eine beliebte Stätte für Geburtstage und andere Feierlichkeiten. Angemietet werden kann der Große Raum, der kleine Seminarraum mit Küche und natürlich beide Räume zusammen.

 
Der große Festsaal mit genügend
Platz mit bis zu 50 Personen
 
Der kleine Seminarraum

Im Dachgeschoss wurde das neue Heimatmuseum eingerichtet. Zu sehen sind hier Gegenstände und Fotografien aus längst vergangenen Zeiten.
 
Links das Lehrerpult aus der damaligen Volksschule und die
Buchstabentafel in altdeutscher Schrift.
Rechts das noch relativ gut erhaltene Zähl- und Rechenbrett
 
 
 
 
Viele alte Fotos hat der Heimatverein über Jahre hinweg gesammelt.
Ein kleine Auswahl ist auch in der Heimatstube zu sehen,
wie zum Beispiel die beiden alten Denkmale.
 
Zu sehen sind auch alte Postkarten aus Niederdresselndorf.
Diese aus dem jahr 1915 zeigt das Dorf vom Sandtrauch aus.
Rechts sieht man die Kirche. In der Mitte die Weggabelung, und der
Bahntunnel, wo sich heute die Firma Schmenn und Just befindet.
Links das heutige Gebiet "Auf dem Berg" -
damals nur noch Feld und Wiese.
Der abgebildete Weg nennt sich heute "Erlenweg".


Historisches über das Schulwesen in Niederdresselndorf
Ebenso wie das Kirchspiel, kann auch das Schulwesen in Niederdresselndorf auf eine lange und interessante Geschichte zurückblicken. Es wird berichtet, dass es bereits von 1560 bis 1620 eine Lateinschule gab. Der Unterricht fand in gemieteten Räumen statt. Mit dem Bau eines richtigen Schulgebäudes wurde erst 1740 begonnen. Diese "ganz alte Schule" ist das Haus der Familie Grützemann wo später auch die steinerne Brücke gebaut wurde. Ein Amtmann aus Burbach hält es übrigens im Jahre 1812 für bemerkenswert, dass es in Niederdresselndorf schon eine steinerne Brücke gibt.
Gleichzeitig war diese Schule ein Gasthaus mit dem Namen Gasthaus zum deutschen Kaiser. Außerdem wurden die Räume für viele andere Zwecke genutzt, wie Gesangverein, Gemeindeversammlungen und Büroarbeiten. Der Klassenraum im ersten Stock, der kaum größer als 80 qm gewesen sein dürfte, musste für fast 100 Kinder ausreichen. Im Erdgeschoss unten links waren, nach einer Beschreibug aus der damaligen Zeit, zwei kleine Zimmer vorhanden, in denen die 7-köpfige Familie des Lehrers wohnte.
 
 
Die ganz alte Schule an der Brücke

Eine sehr arme Zeit muss dies gewesen sein. So schrieb der Lehrer Ströhmann 1764 unter die Klassenliste:Monath Decembris 1764 d. 31 ten
Johannes Seybel und Anna Elisabetha Seybelin können wegen Armuth und Mangel des Brodts die wenigste Zeit zur Schule kommen. Ein solches wird bescheinigt.


Später kam für die Schule bessere Zeiten. Von 1797 bis 1812 bestand im Ort eine Lehrbildungsanstalt, die bald beispielhaft für das gesamte Herzogtum Nassau war und einen sehr guten Ruf genoss. Hier wurde eine ganze Generation von Schulmeistern ausgebildet, die später in weitem Umkreis im Siegerland, im hessischen Raum und im Westerwald wirkten und zum Teil auch überregional anerkannt waren. Nach einer Übersicht aus dieser Zeit wurden dort folgende Fächer unterrichtet:

- Buchstabierübungen
- Kopfrechnen
- Rechnen an der Tafel
- Geometrie
- Völkergeschichte
- Religionsgeschichte
- Gewerbelehre
- deutscher Sprachunterricht
- französischer Sprachunterricht
- lateinischer Sprachunterricht
- reine Mathematik
- Katechisieren

Mittwochs und samstags erhielten die Schüler jeweils 3 Stunden Klavierunterricht.

Schließlich wurde um 1865 unsere "alte Schule" gebaut, die nun ausschließlich eine Schule sein sollte. Schon elf Jahre später wurde der Bau erweitert.
Ende des ersten Weltkrieges werden im Ort knapp 150 Kinder von nur 2 Lehrern unterrichtet (ob das heute auch noch funktioniert?).


Lehrer Albert Enners

In diesem Jahr (1914) wird auch Albert Enners angestellt, der von da an 45 Jahre lang Lehrer und Schulleiter der Volksschule Niederdresselndorf war. Wichtig ist sein Name deswegen zu erwähnen, weil er die Gründung unseres Heimatvereins vorschlug, den er aber unter dem Name "Verschönerungsverein" gegründet wurde. Dieser Verein sollte es sich zu Aufgabe machen, wie der Name schon sagt, das Dorf zu verschönern, Plätze in Stand zu halten und auch die Natur zu schützen. Letzteres lag Albert Enners sehr am Herzen. In seiner Funktion war er es, der den Großen Stein in Holzhausen unter Naturschutz stellte. Die Steine sollten nämlich von der Industrie abgebaut werden, was zum Glück durch sein Engagement verhindert wurde.
 
Auf dem großen Stein

Er organisierte viele Jahre Trachtenumzüge sowie die Hickenmärkte. Auch stellte er bei der Gemeinde einen Antrag auf den Bau einer Badeanstalt. Leider ist dieser Antrag bis heute noch nicht in die Tat umgesetzt. Schließlich wurde Albert Enners nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus 1945 Standesbeamter und Bürgermeister.

Erst 1919 wird eine dritte Lehrkraft angestellt. In den folgenden Jahren gibt es aus der Schule relativ wenig zu berichten.
Im Jahre 1949 jedoch ist die Zahl der Schulkinder auf 174 gestiegen, sodass ein dritter Lehrsaal dringend erforderlich ist. Trotzdem wird dieser Wunsch nicht umgesetzt, sondern das Gemeindezimmer als dritter Klassenraum benutzt. Dieser Platz reichte bald auch nicht mehr aus. Ein ganz neues Schulgebäude wurde errichtet und 1953 feierlich eingeweiht.


Das neue Schulgebäude

Die alte Schule sollte nun als Kindergarten dienen und auch für andere Zwecke und Veranstaltungen von den Dorfbewohnern angemietet werden. Ab 1966 werden auch Räume bzw. Wohnungen vermietet. Ein Jahr später wird das Haus renoviert. Es werden Elektro- und Wasserleitunsarbeiten durchgeführt, Räume werden gestrichen und Fenster ersetzt. Ende der 60er Jahre gibt es im ganzen Hickengrund eine Schulreform. Demnach ist ab diesem Zeitpunkt die Volks- und Grundschule in Niederdresselndorf und in Holzhausen die Hauptschule. Dazu wird selbstverständlich der Einsatz von Schulbussen gefordert und die Kirche als Ort für eine Haltestelle bestimmt.
Doch wollen wir unsere alte Schule nicht vergessen, die zunehmend vom Heimatverein genutzt und in Stand gehalten wird. So wird in den 80er Jahren eine Küche eingerichtet, neue Stühle und Tische für den Versammlungsraum angeschafft und jährlich findet rund um das Gebäude ein Dorffest statt. Schließlich kam das Jahr 1998 in dem endlich der Heimatverein die alte Schule von der Gemeinde übernehmen konnte.
Das Haus unterliegt dem Denkmalschutz und ist in einem desolaten Zustand. Trotzdem kann, nach einer Besichtigung des Bauamtes mit einer umfassenden Renovierung begonnen werden, die nach den Worten von Ulrich Knopp eine anstrengende und langwierige Arbeit war.
Heute findet man in der alten Schule auch das Büro der örtlichen Polizei und die Räume sind ein beliebter Treffpunkt für Feste und Geburtstagsfeiern.